Farbenfrohe Warnwesten

Seit Juli herrscht auf Deutschlands Straßen Warnwestenpflicht und wer das Kleidungsstück, das die Sichtbarkeit erhöhen soll, dann nicht dabei hat, muss eine Geldstrafe in Höhe von 15 € einkalkulieren, was in Relation mit den europäischen Nachbarländern geradezu als Schnäppchen anmutet. Wer geglaubt hat, dass die neonfarbenen Warnwesten in den Kofferraum des Fahrzeugs gehören, liegt aber falsch.

Mittlerweile kann man sie überall kaufen, in Einheitsgröße, Neonfarben, grün oder gelb und in Plastik verschweißt. Die einfachen Leibchen ohne Ärmel, die man überall verstauen kann, werden hauptsächlich in den Standardgrößen M bis XL offeriert. Seit Juli gilt in Deutschland die Warnwestenpflicht, seitdem gehen die eingeschweißten Päckchen weg wie „geschnitten Brot“. Händler erklären, dass sogar Luxus-Ausführungen mit Reißverschluss und Täschchen reißenden Absatz finden.

Die Polizei achtet auf die Einhaltung der Warnwestenpflicht (Foto: NicoLeHe  / pixelio.de )

Die Polizei achtet auf die Einhaltung der Warnwestenpflicht (Foto: NicoLeHe / pixelio.de )

Jeder Autofahrer muss seit 1. Juli mindestens eine Warnweste im Fahrzeug vorweisen können, ansonsten droht ihm ein Bußgeld von 15 €. „Unabhängig von der Zahl der mitreisenden Personen muss mindestens eine Warnweste vorhanden sein“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Otto Saalmann. „Die Westen sind orange, grün oder gelb und müssen eine bestimmte DIN-Norm vorweisen, allerdings kenne ich keine Weste, die nicht über diese Norm DIN N-471 verfügt.“

Der ADAC Mann rät Autofahrern allerdings, je Passagier mindestens eine weitere Weste einzupacken, da ja bei einer Panne oder einem Unfall alle Insassen das Fahrzeug verlassen müssten.

„Die Vorschrift besagt, dass ich mindestens eine Warnweste im Auto haben muss, was bedeutet, dass ich kein Bußgeld zahlen muss, wenn ich diese Vorschrift beachte“, weiß Saalmann. „Aber der gesunde Menschenverstand sagt mir auch, dass ich mich nicht immer auf die Vorschriften berufen kann. Meiner Meinung nach gehört für jeden Mitfahrer auch eine weitere Weste ins Fahrzeug.

Die Warnwesten sollten dabei nicht in den Kofferraum gepackt werden, sondern in den Taschen der Rückenlehnen und neben dem Fahrersitz griffbereit sein. Im Kofferraum sind sie sogar rechtswidrig. Schließlich kommt man auf der einen Seite nicht schnell genug an sie heran, außerdem verlässt man in einer entsprechenden Situation dann ja schon das Auto ohne Weste, um die Leibchen aus dem Kofferraum zu holen. Da hätte man schon die Vorschriften missachtet. Das würde zwar nicht so streng geahndet werden, es ist aber in jedem Fall aus Sicherheitsaspekten zu empfehlen, die Weste griffbereit zu haben, um sie im Ernstfall schnell anzuziehen. Vor allem dann wenn man weitere Personen wie Freundin, Frau oder Kinder im Fahrzeug hat, die man zum Schutz schnell hinter eine Leitplanke bringen will.“

Nicht nur Spezialshops für Autozubehör und Tankstellen bieten die Westen an, auch bei Discountern und in Warenhäusern (sogar IKEA) kann man die Leibchen erstehen. Sie kosten zwischen zwei und fünf Euro und werden auch im europäischen Ausland akzeptiert, wenn man sie ins Auto gepackt hat. Schließlich herrscht zum Beispiel in Portugal, Italien, Österreich oder auch Frankreich schon seit einigen Jahren die Warnwestenpflicht. Wer dort gegen diese Regelung verstößt, muss im Ernstfall sogar mit einer Buße von über 100 € rechnen.

In Frankreich berappen Autofahrer mindestens 90 €, in Portugal ist man auf jeden Fall mit 60 € dabei. Die Exekutive im Ausland hat zudem einen höheren Ermessensspielraum als bei uns, weshalb ein Verstoß gegen Warnwestenpflicht weitaus kostspieliger werden kann. So kann es in Portugal sogar über 600 € kosten…!

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