Warnweste ist wichtig und macht sichtbar

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt Autor Christian Geyer, dass die Anzahl der Warnwesten Träger immer größer werde und diese damit annoncieren, dass sie auf alles vorbereitet seien. Das sei auch gut. So entstehe aber gesamtgesellschaftlich eine neue Uniformität, niemand wisse mehr, wen er vor sich hat.

Warnweste nicht nur bei Panne?! (Foto: GTÜ / pixelio.de)

Warnweste nicht nur bei Panne?! (Foto: GTÜ / pixelio.de)

Es sei die Zeit einer geistigen Situation, zu der die wachsende Bereitschaft zähle, vermehrt Warnwesten anzuziehen. Auf der Straße sehe man jeden Tag mehr Warnwesten Träger. Es sei so, dass fast jede graue Maus nun Gelb trage. Durch die Warnweste werde ein gelassener Daueralarm ausgedrückt, die Einsicht in die Notwendigkeit signalisiere.

Träger zeigten durch das Anziehen der Warnweste, dass man jeden Augenblick mit allem rechne. Im Fahrzeug sind Warnwesten Juli Pflicht, damit Fahrer und Passanten bei schlechten Sichtverhältnissen, Unfällen und Pannen besser zu sehen sind. Der Autor schreibt, dass dies eine gute Maßnahme sei, um  sich gegen das Überfahren werden zu wappnen. Dennoch sehe es so aus, als ob immer mehr Menschen die Warnweste auch außerhalb des Einsatzortes präferieren. Dies sei erlaubt, denn der Gesetzgeber habe die Handhabung der Signaltextilien in die Eigenverantwortung der Menschen gelegt, habe dabei aber nicht geahnt, dass der Alarmbürger dazu neige, diese Pflicht über zu erfüllen.

So trage man mittlerweile die gelbe Weste immer dann, wenn man es für richtig halte: beim Spaziergang durch die trüb-neblige Stadt, beim Gang zum Kiosk und beim Radfahren eh. Bei Dämmerung und im Dunkeln kommt die grelle Kleidung erst richtig zur Wirkung, was der Fluoressenz in der Warnweste und den Kurzwellenanteilen des Lichts zur abdunkelnden Tageszeit geschuldet ist.

Der Mensch befolge die präventive Logik sicher sei sicher, man warne besser einmal zu viel als zu wenig. Psychologisch gesehen könne auch die Stabilisierung des Autoverhältnisses eine Rolle spielen, dieses sei erwartbar mit dem Tragen dieser nebenoffiziellen Konformität verbunden. Schließlich habe man beim Tragen der Warnweste eine Pseudoautorität inne, was ansonsten nur Sanitätern beim Wachdienst, Fachberatern in Bereitschaft und Sicherheitskräften im Einsatz vorbehalten ist.

Somit mache die Warnweste also nicht nur sichtbar, sondern auch wichtig, meint der Autor. Dies sei für das Ego der Träger im Zweifel von Vorteil, für die Warnwesten Inhaber von Amts wegen bzw. deren Autorität hingegen sei es nachteilig, wenn jetzt jeder Alarmbürger mit Personen verwechselt werden könne, die die Signaltextilie beruflich tragen müssen. Also führe jenes Phänomen gesamtgesellschaftlich zu mehr Uniformität, was aus der Perspektive der Autofahrer zur besseren Unterscheidbarkeit beiträgt. Niemand wisse mehr, wen er vor sich habe.

Unsere Meinung: Gesamtgesellschaftlich ist es jedoch wichtiger, dass eine Warnweste Leben retten kann!

 

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