Kann das Nichttragen von Warnwesten den Versicherungsschutz gefährden?

Seit dem 1. Juli gibt es auch in Deutschland die Warnwestenpflicht. Das sollte inzwischen jeder Autofahrer wissen. Doch wie wirkt sich das Nichttragen einer Warnweste im Pannenfall auf den Versicherungsschutz aus? Alina Schön, Pressesprecherin des GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherer) gibt Auskunft zu den einzelnen Versicherungssparten.

Seit die Warnwestenpflicht in aller Munde ist, hört man immer wieder davon, dass das Nichttragen einer Warnweste bei einer Panne oder nach einem Unfall den Versicherungsschutz gefährdet. Interessant könnte diese Frage direkt für mehrere Versicherungssparten sein. Infrage käme die Kfz-Haftpflicht, die Unfall-, Berufsunfähigkeits- und Invaliditätsversicherung. Alina Schön vom GDV gab im Interview die wichtigsten Antworten zu dieser Frage.

In der Unfall-, Berufsunfähigkeits- und Invaliditätsversicherung spielt grundsätzlich der Grad des Eigenverschuldens keine Rolle. Das bedeutet, auch beim Nichttragen einer Warnweste erhält der Geschädigte die entsprechenden Versicherungsleistungen. In der Kfz-Haftpflicht können allgemein unberechtigte Ansprüche gegen den Versicherungsnehmer abgewehrt werden. Ein Mitverschulden des Geschädigten kann dazu führen, dass Schadenersatzansprüche entweder ganz entfallen oder nur in geringerem Umfang bestehen. In allen Versicherungssparten gelten zudem die individuellen Versicherungsklauseln der einzelnen Unternehmen, in denen eventuelle Leistungsausschlüsse geregelt sind.

Grundsätzlich hat das Nichttragen einer Warnweste jedoch versicherungstechnisch keine Auswirkungen, denn die Warnwestenpflicht ist eine reine Mitnahmepflicht. Zwar wird dringend dazu geraten, im Ernstfall die Warnweste nicht nur im Fahrzeug zu haben, sondern auch tatsächlich zu tragen, doch derzeit ist noch niemand gesetzlich dazu verpflichtet, eine Warnweste zu tragen. Dass Warnwesten das Unfallrisiko minimieren, ist vielfach nachgewiesen, deshalb sollte jeder im eigenen Interesse die Warnweste im Ernstfall auch nutzen.

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