Klimaflüchtlinge: Wohnungssuche mit Warnweste

Passanten, die den Eingang zur kleinen Beckerstraße in Lüneburg kreuzen, reiben sich verwundert die Augen, als sie auf dem Gehweg ein mit Kreide aufgemaltes Zimmer mit Betten für Erwachsene und Kinder, junge Menschen in neongelben Warnwesten mit Aufdruck „Ordnungsamt“ und rot-weiß gestreifte Absperrbänder erblickt hatten.

Leuphana Konferenzwoche 2015 (Foto: Leuphana)

Leuphana Konferenzwoche 2015 (Foto: Leuphana)

Niemand weiß, was dort geschehen ist. Einige werden plötzlich mit einem Ordnungshüter konfrontiert und der Frage, ob man noch Platz für einen Klimaflüchtling habe. Die Studentin Sophia Tobis erklärt: „Wir haben uns zu dieser spontanen Aktion entschlossen, damit endlich ein Problem, das uns alle angeht, in die Öffentlichkeit kommt.“

Die Hamburgerin zählt zu den 1.500 Studenten, die an der Leuphana ihr erstes Semester in dieser Woche beenden und sich im Zuge der momentan laufenden Leuphana-Konferenzwoche diese Aktion auf die Fahnen geschrieben haben. Das Motto in diesem Jahr lautet nämlich „Klima. Wandel. Gerechtigkeit.“

Sophia und ihre zehn Kolleginnen und Kollegen haben deshalb in Warnwesten die weltweiten Folgen des Klimawandels in den Fokus genommen. Hermann Josef Hack ergänzt, dass die Genfer Flüchtlingskonvention nur Vertreibung und Verfolgung kenne, aber nicht die Klimaflüchtlinge. Der Gastdozent und freie Künstler hat die Idee zu dieser Aktion konzipiert.

Auf der ganzen Welt soll es laut UN bis zum Jahr 2050 rund 300 Millionen Klimaflüchtlinge geben. Hack: „Für dieses Problem sind wir unmittelbar verantwortlich, ebenso wie für dessen Folgen. Diese müssen wir jetzt hier auch mittragen. Das Problem lässt sich nur dann eindämmen, wenn auch bei uns Wohnraum bereitgestellt wird. Wir wollen auch Neugier wecken, dies scheint ganz gut zu klappen.“

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