Fehlende Warnweste im Ausland – Bußgelder können grenzübergreifend erhoben werden

Die Reisewelle des Sommers 2015 rollt nun langsam an. Viele packen schon fleißig die Koffer und starten in den nächsten Tagen mit dem Auto in den lang ersehnten Urlaub. Auch wenn im vereinten Europa für Reisende vieles im Laufe der Zeit einfacher und einheitlicher geworden ist, gilt vor allem bei den Verkehrsregelungen nach wie vor: „andere Länder – andere Sitten“. Das gilt auch in Bezug auf die unterschiedlichen Regelungen zur Warnwestenpflicht.

Innerhalb der EU-Länder gibt es unterschiedliche Regelungen zu Sicherheitsausrüstung in Fahrzeugen. Autoreisende, die ihren Sommerurlaub im europäischen Ausland verbringen, tun daher gut daran, sich vor dem Reiseantritt über die unterschiedlichen Bestimmungen der einzelnen Länder zum Mitführen von Verbandskasten, Warndreieck, Warnweste und Feuerlöscher zu informieren. Dabei sollten auch die Bestimmungen der Länder beachtet werden, die auf der Reiseroute durchfahren werden.

Wer gegen die landesspezifischen Regelungen verstößt und dabei ertappt wird, muss je nach Vergehen mit zum Teil hohen Bußgeldern rechnen. Diese sollten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden, denn wer im EU-Ausland ein Bußgeld erhält, ist keineswegs nach der Rückkehr nach Deutschland vor der Strafe sicher. Bußgelder werden in den EU-Ländern grenzübergreifend erhoben, sofern sie die Höhe von 70 Euro überschreiten. Das kann unter Umständen schon bei „kleinen Vergehen“ wie einer fehlenden oder nicht angelegten Warnweste im Pannenfall der Fall sein. So kostet etwa das Nichtanlegen einer Warnweste bei einer Panne in Spanien rund 90 Euro. Das Bußgeld würde also trotz Rückkehr nach Deutschland fällig. In Österreich könnte dieses Vergehen zumindest theoretisch mit einem Bußgeld bis zu 2180 Euro geahndet werden. In der Regel werden aber nur 14 Euro fällig. Eine umfassende Information vor dem Reiseantritt lohnt sich also in doppelter Hinsicht und ist nicht nur der eigenen Sicherheit zuträglich, sondern schont unter Umständen auch die Urlaubskasse.

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