Reporter schmuggelt sich mit Warnweste ans Flugvorfeld

Ein Reporter der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) hat sich mit Warnweste an das Flugvorfeld des Frankfurter Flughafens geschmuggelt und so neue Sicherheitslücken enthüllt. Der Journalist hat es geschafft, in 10 min von der Straße bis an das Flugvorfeld vorzudringen. Auch wenn er eine Warnweste trug, ist er nicht aufgefallen. Seinen Weg ebnete er sich mit Google Maps. Nur bedingt erkennt der Flughafenbetreiber jetzt Probleme aus diesem Sicherheitsleck.

Unsicher? Flughafengebäude in Frankfurt (Foto: Janusz Klosowski  / pixelio.de)

Unsicher? Flughafengebäude in Frankfurt (Foto: Janusz Klosowski / pixelio.de)

Ein Reporter der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) hat nur rund 10 min gebraucht, um von einer öffentlichen Straße am Frankfurter Flughafen bis kurz an das Flugvorfeld vorzudringen, berichtet das Blatt. Er habe keine Hilfsmittel auf dem Weg verwendet, nur eine gelbe Warnweste und eben Google Maps.

Niemand habe am Flughafen Frankfurt den Versuch unternommen, den Reporter zu kontrollieren oder aufzuhalten. Gerade nach den blutigen Terroranschlägen von Paris und Kopenhagen sowie der jüngsten Terrorwarnung in Bremen sollte eine solche Sicherheitslücke zu denken geben. Vor allem, da in Deutschland seit diesen Ereignissen höchste Alarmstufe vorherrscht, gerade an Flughäfen.

An einem Wochen-Vormittag konnte der Journalist ungehindert verschiedene Sicherheitsschranken überwinden und so bis an das Flugvorfeld gelangen. Er hatte eine große Tasche mitgenommen, in der er problemlos Sprengstoff hätte transportieren können. Nach eigenen Angaben hatte sich der Redakteur mit einer Internetrecherche präpariert. Mithilfe von Bing und Google Maps bzw. Übersichtskarten, die der Airport online zur Verfügung stellt, erkannte er, dass am Tor 26 im Bereich der Cargo City Nord eine Einlass- und Sicherheitslücke bestehe.

Zur Vorbereitung seines Coups sei er dreimal mit dem Auto an diesem Tor vorbeigefahren, dieses sei jedes Mal ohne Bewachung gewesen. Anschließend sei er an den Schranken vorbei auf das Flughafengelände gerannt und konnte bis kurz vor den Zaun zum streng bewachten Vorfeld gelangen. Er habe auf diesem Wege mehrere Schranken unbemerkt hinter sich lassen können, einmal habe lediglich ein Wachmann gefragt, ob der Reporter bei der Lufthansa beschäftigt sei. Als er dies bejahte, konnte er weitergehen.

Nun räumte der Flughafenbetreiber Fraport nach einer umgehenden Überprüfung Sicherheitslücken ein und erklärte, dass sich der Redakteur auf einer Frachtabfertigungsfläche im Betriebsbereich befunden habe, diese liege außerhalb des öffentlich zugänglichen Bereichs. Dort sollen diese Bereiche jetzt auch vor Diebstahl und unbefugtem Zutritt geschützt werden. „Die jeweiligen Firmen sind für die Sicherung der einzelnen Betriebsbereiche selbst verantwortlich“, so Fraport. Nun würden von Fraport die in dem Bericht dargestellten Hinweise mit den zuständigen Unternehmen seriös aufgearbeitet.

Allerdings widerlegte der Flughafen eine Behauptung der FAS, dass sich der Reporter durch eine Sicherheitszonenlücke auf das Flughafenvorfeld hätte begeben können und so Zugang zu parkenden Maschinen gehabt hätte. „Auf keinem Weg hätte er den sicherheitsrelevanten Bereich ohne Sicherheitskontrolle und Befugnis erreichen können“, so Fraport, der diese Widerlegung mit mehreren Fotos dokumentierte. „Es gibt keine wie im Bericht dargestellte Sicherheitszaunlücke.“

Tatsächlich hatte die FAS zunächst berichtet, dass der Reporter durch eine rund 1 m breite Lücke zwischen beiden Zäunen hätte durchschlüpfen und einen Sprengsatz deponieren können. Diese Behauptung wurde von der Zeitung im Laufe des Veröffentlichungssonntags zurückgenommen und in einem redaktionellen Hinweis mitgeteilt, dass durch den Artikel der falsche Eindruck entstanden sei, „der Reporter, der bis zum Flugvorfeld vordringen konnte, hätte durch eine Lücke im Zaun schlüpfen und so auf das Flugvorfeld gelangen können.“

Am größten deutschen Airport waren erst Ende des Jahres 2014 gravierende Mängel bei der Personenkontrolle aufgefallen. Prüfer der EU-Kommission waren monatelange mit entsprechenden Tests beschäftigt. Dabei konnten sie bei jedem zweiten Versuch gefährliche Gegenstände wie Waffen durch die Passagierkontrolle schmuggeln. Die Bundespolizei und der Flughafenbetreiber erklärten damals, dass in Zukunft Vorkehrungen getroffen würden, um die Passagiersicherheit zu garantieren.

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